Home Veröffentlichungen Studie: Bankorganisation - Bank-Manager ignorieren vorgeschriebenen Risikoschutz
bankorganisation, organisationsentwicklung

Studie: Bankorganisation - Bank-Manager ignorieren vorgeschriebenen Risikoschutz

rawpixel 782044 unsplash klein

Banken in Deutschland stellen offenbar vergeblich Regeln auf, um sich vor Risiken zu schützen. 68 Prozent der Fach- und Führungskräfte informieren sich nur unregelmäßig über veränderte Abläufe im Unternehmen. 62 Prozent nutzen das Regelwerk nicht mal dann, wenn sie innerhalb des Instituts neue Aufgaben übernehmen – ein Risiko für Banken, die gegenüber der Bankenaufsicht nachweisen müssen, dass im Risikomanagement alle Regeln eingehalten werden. Das zeigt eine Studie von Procedera Consult. 100 Fach- und Führungskräfte in deutschen Banken wurden befragt.

 


Vielen Managern ist nicht bewusst, dass sie durch dieses Verhalten ihren Arbeitgeber in eine schwierige Lage bringen können. Die US-amerikanische Großbank Wells Fargo hat jüngst eine Millionenstrafe akzeptiert, weil Bankangestellte Scheinkonten angelegt haben. Mehr als 5.000 Mitarbeiter hat das Geldhaus wegen des Skandals bereits entlassen. Doch der angerichtete Schaden wiegt weitaus schwerer. „Die Gesellschaft ist alarmiert“, sagt Ralf Heydebreck, Experte für bankfachliches Anweisungswesen bei Procedera Consult. „Regelbrüche im Bankgewerbe gefährden das Vertrauen in die Kreditinstitute und schüren Vorurteile.“

Der Gesetzgeber sieht sich in vielen Fällen gezwungen, aktiv zu werden. So fordert die europäische Bankenaufsicht künftig, dass Kreditinstitute eine Risikokultur entwickeln, um einem möglichen Fehlverhalten vorzubeugen (MaRisk). Doch das Schwert, um das Verhalten von Mitarbeitern zu steuern, erweist sich vielfach als stumpf. 40 Prozent der Bankleute kümmern sich noch nicht mal um veränderte Abläufe, an denen sie selbst beteiligt sind. Jeder Zehnte nutzt die dokumentierten Anweisungen überhaupt nicht bei der täglichen Arbeit.

„Das beste Regelwerk nützt nichts, wenn Anwender die Vorschriften einfach umgehen können“, so Heydebreck. Der Experte sieht aber nicht nur die arbeitsrechtliche Verpflichtung von Mitarbeitern, sich angemessen zu verhalten. Auch ein Versehen oder ein technischer Defekt können für eine fehlerhafte Kontoeröffnung verantwortlich sein. Dafür brauchen die Institute wirksame Instrumente, um die internen Abläufe zu überwachen. „So viele Scheinkonten auf einmal hätten bei einem hochentwickelten Kontrollsystem auffallen müssen.“

Eine mögliche Erklärung für das Fehlverhalten: Viele Mitarbeiter fühlen sich durch das gesetzlich vorgeschriebene Organisationshandbuch nicht ausreichend unterstützt und nutzen es deshalb nicht. Mehr als ein Drittel der Befragten bemängeln etwa einen bestenfalls mittelmäßigen Bedienkomfort. Fast ebenso viele schlagen sich mit teils unverständlichen Formulierungen herum. Einen Spitzenwert erreichen die elektronischen Regelwerke nur bei der Verfügbarkeit. 44 Prozent bewerten diesen Aspekt als sehr gut. „Das Angebot ist da, aber die Mitarbeiter nutzen es noch nicht vollumfänglich“, fasst Heydebreck das aktuelle Dilemma zusammen. „Die Banken müssen mehr dafür tun, dass Regeln eingehalten und nicht als Hindernis für die eigene Arbeit wahrgenommen werden.“

Über die Studie

Procedera Consult hat 100 Fach- und Führungskräfte deutscher Banken online zu Organisationsthemen befragt. Die Antworten stammen zum größten Teil aus den Abteilungen Risiko-Controlling, Kreditwesen, IT, interne Revision, Bankorganisation, Vertrieb und Kundenservice. Dabei weisen die teilnehmenden Institute eine Bilanzsumme von weniger als einer Milliarde Euro bis hin zu mehr als zehn Milliarden Euro auf.

Illustrationen: unsplash.com – rawpixel (Headermotiv)


Über die Studie

Procedera Consult hat 100 Fach- und Führungskräfte deutscher Banken online zu Organisationsthemen befragt. Die Antworten stammen zum größten Teil aus den Abteilungen Risiko-Controlling, Kreditwesen, IT, interne Revision, Bankorganisation, Vertrieb und Kundenservice. Dabei weisen die teilnehmenden Institute eine Bilanzsumme von weniger als einer Milliarde Euro bis hin zu mehr als zehn Milliarden Euro auf.

Wir melden uns gern bei Ihnen.

Hinterlassen Sie uns Ihren Namen und Ihre Rufnummer / E-Mail-Adresse. Wir melden uns umgehend bei Ihnen.

Ich habe die Hinweise zum Datenschutz gelesen und erkläre mich mit Absenden des Formulars mit diesen einverstanden.


Nehmen Sie jetzt Kontakt zu uns auf


Junker_Claudia_web_NEUES CI

Claudia Junker
Gründerin & Geschäftsführerin

E claudia.junker@procedera.de
T +49 308600822-0
XING-Profil besuchen
LinkedIn-Profil besuchen

So unterstützen wir Sie

Ready to START - Woche inkl. Besuch im Showroom für BPM-Tools

Mit unserem Ready to START - Paket hat Ihre Bank einen kompletten Projektplan für die Einführung von Prozessmanagement und das Tool ist ausgewählt. Sie haben die Möglichkeit Organisationshandbücher (OHBs) in unterschiedlichen Tools in Deutschlands einzigem Showroom für Prozessmanagementwerkzeuge zu erproben. Im Leistungspaket enthalten ist ein Besuchstag im Showroom und drei Tage Coaching durch unsere Experten. In nur einer Woche haben Sie ein passendes Tool evaluiert, kennen Ihr Zielbild und haben einen konkreten Umsetzungsplan für Ihr Haus.

Das Ready to START - Paket ist Remote durchführbar.

Mehr erfahren

Das Fertig-OHB Ready to FILL

Unser fertiges Organisationshandbuch (OHB) "Ready to FILL" ist ein standardisierter Baukasten für ein prozessorientiertes Organisationshandbuch für Banken. Unser Baukasten ist in verschiedenen Prozessmanagementwerkzeugen lieferbar.

Wir evaluieren mit Ihnen das richtige Prozessmanagementwerkzeug für Ihre Bank. Danach führen wir die Implementierung durch, schulen Ihre Mitarbeiter in der Bedienung und erfassen die Prozesse eines Wunschfachbereiches in einem Pilot. Sie sind nach nur 7 Wochen bereit für die Aufnahme aller restlichen Prozesse.

Das Ready to FILL - Paket ist Remote durchführbar.

Mehr erfahren

Ready to WORK - OHB

Sie wollen eine nachhaltige, prozessorientierte Denkweise in Ihrem Gesamthaus etablieren und die Silo-Denke der Fachbereiche aufbrechen? Ihr aktuelles Organisationshandbuch passt nicht mehr in die Zeit? Wir setzen das gemeinsam mit Ihrem Organisationsbereich und Ihren Fachbereichen für Sie um. Mit unserem Ready to WORK implementieren wir ein ganzheitliches Prozessmanagement in Ihrem Haus, bilden Ihre Mitarbeiter weiter und ersetzen Arbeitsanweisungen in Fließtexten durch schlanke Prozesse.

Das Ready to WORK - Paket ist nur teilweise Remote durchführbar.

Mehr erfahren

Ready to be FREE

Sie brauchen einen Befreiungsschlag? Sie haben keine Zeit und Ressourcen, um ihr Organisationshandbuch zu modernisieren? "Schicken" Sie uns Ihr OHB mit all Ihren Fließtexten und Sie bekommen ein Anweisungswesen in Prozessen in einem Prozessmanagementwerkzeug Ihrer Wahl zurück. 

Das Ready to be FREE - Paket ist Remote durchführbar.

Mehr erfahren