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Warum ist Prozessmanagement spezifisch für deutsche Banken eigentlich relevant? Teil 2

Teil 2

Der zweite Teil der Serie "Warum ist Prozessmanagement spezifisch für deutsche Banken eigentlich relevant?" dreht sich um Regulatorik. Doch was hat Prozessmanagement überhaupt mit Regulatorik zu tun?


Prozessmanagement als regulatorische Anforderung

Das KWG nimmt mehrfach Bezug auf Prozesse in Banken, z.B. wird in § 25a KWG, in § 25c KWG, den Erläuterungen zu den MaRisk und der BAIT ausgiebig auf Prozesse verwiesen. Ist daraus zu schließen, dass die Einführung eines Prozessmanagements eine regulatorische Anforderung der Bankenaufsicht darstellt?

Um diese Frage zutreffend zu beantworten, muss der Begriff des Prozessmanagements geklärt werden. Im industriellen Umfeld wird unter Prozessmanagement die Identifikation, Gestaltung, Dokumentation, Implementierung, Steuerung und Optimierung von Geschäftsprozessen verstanden. Ein Geschäftsprozess ist eine Menge logisch verknüpfter Einzeltätigkeiten (Aufgaben, Arbeitsabläufe), die ausgeführt werden, um ein bestimmtes geschäftliches oder betriebliches Ziel zu erreichen. Die Methoden zur Anwendung und zum Management von Geschäftsprozessen werden als Prozessmanagement bezeichnet.

Diese Begriffsbestimmung macht deutlich, dass die Bankenaufsicht offensichtlich einen ganz anderen Fokus hat, wenn der Begriff Prozess (oder an manchen Stellen auch Verfahren) benutzt wird. Aus aufsichtsrechtlicher Perspektive werden bestimmte unternehmerische Notwendigkeiten vorgegeben (Risikomanagement, Whistleblower etc.) und die Notwendigkeit müssen sodann dokumentiert werden. Der Aufsicht geht es dabei allein um die inhaltliche Definition solcher Anforderungen. Die Existenz oder das Fehlen von Prozessmanagement ist für die Aufsicht insoweit irrelevant.


Warum also überhaupt Prozessmanagement?

Prozessmanagement stellt nicht die Regelung in den Mittelpunkt der „Schriftlich fixierten Ordnung“, sondern die konkreten Tätigkeiten in einer Bank. Die inhaltliche Ausgestaltung der Aufgaben (also die Regelung) wird direkt am Prozess beschrieben und macht es so sehr transparent, wie diese Anforderungen letztendlich konkret umgesetzt werden. Darum ist ein Prozessmanagement sehr geeignet, die Umsetzung regulatorischer Anforderungen angemessen auszugestalten, zu visualisieren und zu dokumentieren.


Fazit

Ein Prozessmanagement an sich stellt keine regulatorische Anforderung dar. Allerdings ist das Prozessmanagement ein sehr geeignetes Tool, um die Anforderungen der Regulatorik wirtschaftlich umzusetzen und nachvollziehbar zu dokumentieren!

 

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