These #2: Seid keine Zeitungsverlage. Handelt jetzt!

Die Zukunft denkt unternehmerisch.

Seit den frühen Neunzigerjahren gehen die Druckauflagen und traditionellen Werbeeinnahmen der Zeitungsverlage ständig zurück. Grund dafür ist nicht etwa eine digitale Revolution. Die Zeitungsverlage wurden durch die digitalen Medien ungefähr so überrascht wie eine beliebige mitteleuropäische Stadtverwaltung durch den alljährlichen Wintereinbruch. Vielmehr hat die Branche zu langsam auf die grundlegenden Änderungen ihrer Umgebung reagiert. Bei den Zeitungsverlagen findet daher seit den 90er Jahren bis heute ein „survival of the fittest“ statt.

Das Internet änderte vieles.

Die Zeitungsverlage waren in der Vergangenheit nur deshalb so erfolgreich, weil sie das Monopol über die Informationen besaßen. Der Leser hatte lediglich eine begrenzte Wahl, die darin bestand, sich diese oder jene Zeitung zu besorgen. Er hatte aber keine Möglichkeit, auf anderem Wege unmittelbar an Informationen zu gelangen. Mit der Durchdringung des Internets und vor allem mit dem Web 2.0 hat sich das grundlegend geändert. Der Kunde hat jetzt die Möglichkeit, schnell und kostenlos an nahezu alle Informationen zu kommen. Die Zeitungsverlage haben seitdem mit sinkenden Auflagen und Anzeigenerlösen zu kämpfen. Das Durchschnittsalter des Publikums war 2008 knapp über 50. Zugleich gewannen die Online-Medien wie Facebook und Twitter schnell an Bedeutung.

Die Reaktion bei den Zeitungsverlagen folgte immer demselben Muster: Entlassungen, geschlossene Standorte, die Qualität ist weg - und dann ist die Zeitung auch weg! Die Verlage hatte keine passende Antwort auf diese Situation. Das bestehende Geschäftsmodell funktionierte nicht mehr und die meisten Geschäftsführer der großen Zeitungsverlage konnten diese veränderte Welt nicht verstehen und hatte auch keinen Zugang zu ihren Kunden, um geeignete Maßnahmen zu treffen. Kurz gesagt, es waren keine geeigneten Unternehmerpersönlichkeiten mit Visionen in den entscheidenden Positionen.

Wenn wir uns die Krisensituation in der deutschen Bankenwelt heute anschauen, finden wir erstaunlich viele Ähnlichkeiten - sowohl bei den Gründen für die Krise, als auch bei dem Verhalten der Akteure in der Branche. Was passiert heute eigentlich in deutschen Banken? Um dies zu verstehen, muss man sich die Entwicklung der Banken in den letzten Jahrzehnten ansehen.

Der Dornröschenschlaf der Banken.

Lange Zeit waren Banken der Marktwirtschaft gar nicht wirklich ausgesetzt (bis 1967). Ihre Profite waren sicher. Als sich diese Situation änderte, reagierten alle Bankvorstände damit, sich schnell ein größeres Stück vom Kuchen zu verschaffen, also Marktanteile zu erhöhen. Das bedeutete, sie investierten in die Ausbildung der Mitarbeiter, in neue Technologien und zum ersten Mal auch in Marketing. Das Ergebnis war grandios für alle Bankengruppen. In der Folge gingen die besten Absolventen in die Banken, die neuesten Technologien wurden eingeführt, die Filialen mehrten sich schneller als je zuvor. Das Monopol der Banken über das Geld ihrer Kunden und die für die Banken günstige Zinssituation waren wichtige Treiber für diese Entwicklung. Daraus etablierte sich ein festes Geschäftsmodell. Innovationskraft und Kundenorientierung schienen nicht mehr erforderlich zu sein.

Mit der rasanten Entwicklung neuer Technologien, der zunehmenden Regulierung und der sich verschlechternden Zinssituation begannen jedoch auch die Probleme der Banken. Die Finanzkrise des letzten Jahrzehnts sorgte dafür, dass das Vertrauen in diese Bankenwelt verschwand. Das klassische Geschäftsmodell der Banken funktioniert seitdem immer weniger.

Inzwischen finden einige wenige Zeitungen die Lösung für sich. Sie betrachten die Online-Medien als Partner und nicht mehr als Wettbewerber. Sie finden effiziente Preismodelle für die elektronischen Ausgaben ihrer Medien. Viele Unternehmer in der Branche arbeiten heute an der Lösung eines neuen Problems: die Fake-News. Nicht mehr die Information, sondern ihre Einordnung derselben stehen dabei im Mittelpunkt der Arbeit. Diese Zeitungsverlage handeln also unternehmerisch, indem sie sich den veränderten Bedingungen anpassen und den Kundennutzen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen.

Banken: Wacht auf.

Auch Banken müssen sich den veränderten Rahmenbedingungen durch neue Technologien, neue Marktteilnehmer und veränderte Kundenbedürfnisse stellen. Es muss für Banken ein Alarmsignal sein, dass junge Kunden zunehmend auf digitale Anbieter wie N26 ausweichen, weil sie sich dort besser verstanden fühlen. Nur ein unternehmerisch denkender und handelnder Vorstand wird sich in diesem Umbruch mit seinem Institut behaupten und dem Schicksal vieler Zeitungsverlage entgehen können.

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Gisbert Beckmann
Geschäftsführer

E gisbert.beckmann@procedera.de
T +49 308600822-0

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