These #4: Banken müssen verstehen, dass die BaFin nicht ihr Kunde ist.

Ist Ihr Institut zukunftsfähig?

Viele Studien über die deutsche Bankenwelt, die in letzter Zeit veröffentlicht wurden, gehen davon aus, dass nur wenige Kreditinstitute zukunftsfähig sind und dass massive Änderungen in der Branche zu erwarten sind. Wir bei Procedera glauben, dass es Argumente dafür gibt. Aber wir sind auch davon überzeugt, dass das wichtigste Argument nicht richtig gesehen wird bzw. dass darüber nicht gesprochen wird.

Die Bankvorstände müssen verstehen, dass nicht die BaFin ihr Kunde ist, sondern die Kunden, die ihre Dienstleistungen beziehen. Die Kundenorientierung ist die natürliche Basis eines jeden Unternehmens, weil es sonst nicht existieren würde. Der Kundennutzen ist also die wichtigste Priorität eines Unternehmers in der Marktwirtschaft.

Risikovermeider oder Unternehmer?

Was wir aber immer noch häufig bei Banken erleben, ist, dass Bankvorstände als Risikovermeider operieren, nicht als Unternehmer. Spätestens seit der Finanzkrise werden sie von der Aufsicht verstärkt dazu erzogen, Risiken transparent zu machen, zu steuern und zu minimieren. Wer in einem solchen Ökosystem groß geworden ist, ist auf diese Mechanismen konditioniert und muss sie beherrschen, da Verstöße auch persönliche Konsequenzen nach sich ziehen können. Die Gefahr besteht jedoch darin, währenddessen seine Kunden aus den Augen zu verlieren – denn dies sind nicht die BaFin-Prüfer.

Unsere Empfehlung lautet, sich auf eine klug ausgewählte Teilmenge von Kundenwünschen zu konzentrieren und diese auf herausragende Weise zu erfüllen. Dazu gehört in unseren Augen eine gewisse Risikobereitschaft, die sich durchaus mit der systembedingt antrainierten Risikoaversion beißt. Das Risiko ist unvermeidbar in die Unternehmer-DNA einprogrammiert. Digitale Angreifer wie N26 versprechen ihren Kunden Banking ohne Bullshit. Damit sagen sie eigentlich: Wir haben euch verstanden, wir dienen euch Kunden.

Prozess sticht Technik.

Viele Banken dienen, insbesondere seit der Finanzkrise, vor allem der Aufsicht. Das scheint vielfach der springende Punkt zu sein. Jetzt gibt es viele in der Bankenwelt, die behaupten, das Problem liegt an der fehlenden IT-Kompetenz bei den Vorständen. Das sehen wir bei Procedera aber auch wieder anders. Denn die Technik ist ja nur ein Werkzeug wie viele andere. Die Musik spielt nämlich in den Prozessen, die eine Bank durchführt. Wer seine Prozesse transparent macht und weiß, wie oft und wie schnell und für welche Zielgruppen, also etwa für Kunden oder für die Aufsicht, ein bestimmter Arbeitsablauf stattfindet, kann erkennen und entscheiden, welches Geschäftsmodell sich für das eigene Haus lohnt und was dafür gegebenenfalls zu verändern ist. Sicher kann ein größeres technisches Grundverständnis bei Bankvorständen manche Entscheidungen beschleunigen. Am unternehmerischen Charakter einer Entscheidung ändert das aber nichts. Das gilt auch für die Bewertung, wie IT künftig eingesetzt wird.

Dazu ein Beispiel: Wenn man sich den Streaming-Dienst Netflix anschaut, sieht man nicht zuerst die IT-technische Qualität der Umsetzung, sondern die Tatsache, dass sich auf der Fernbedienung vieler neuer TV-Geräte eine eigene Netflix-Taste befindet. Ohne die technischen Details der Plattform zu kennen, kann man als Unternehmer sagen, dass Netflix inzwischen zu einem beinahe eigenständigen Betriebssystem für Smart-TVs geworden ist. Das geht weit über das reine IT-Verständnis hinaus. Dahinter stecken hocheffiziente Leistungsprozesse, die das Nutzungsverhalten der Zuschauer perfekt unterstützen.

beckmann gisbert

Gisbert Beckmann
Geschäftsführer

E gisbert.beckmann@procedera.de
T +49 308600822-0

Wir rufen Sie gern zurück.

Hinterlassen Sie uns Ihren Namen und Ihre Rufnummer. Wir melden uns umgehend bei Ihnen.

Ich habe die Hinweise zum Datenschutz gelesen und erkläre mich mit Absenden des Formulars mit diesen einverstanden.