These #5: Die nächsten fünf Jahre retten manchen Vorstand, aber nicht die Mitarbeiter.

Tragt Verantwortung.

Die Einführung von Zeitverträgen für Bankvorstände hat sicher ihre Begründung. Um die Vorstandsrolle unternehmerisch auszuprägen, ist sie aber bestimmt nicht geeignet. Sie hat jedoch ein systematisches Dilemma für den Vorstand eröffnet, das nicht ganz einfach zu lösen ist, zumindest nicht für Bankvorstände, die mit 45 Jahren und mehr zum ersten Mal in diesen Posten gelangen. Das Dilemma besteht darin, folgende Frage zu beantworten:

Treffe ich die systematisch gesehen richtigen Entscheidungen und investiere ich in neue Technologien und in die Ausbildung meiner Mitarbeiter, so dass ich die Zukunft für meine Bank sichere?

oder

Treffe ich die aus meiner persönlichen Sicht richtigen Entscheidungen und erhalte die Bank künstlich am Leben für die nächsten 5 Jahre, damit ich dann in eine Fusion oder gar in den vorgezogenen Ruhestand wechseln kann?

Dieses unangenehme Dilemma verschärft sich immer weiter, weil es seit Jahren nur aus der persönlichen Sicht des Bankvorstands gelöst wird. So werden deutsche Banken oft künstlich kurzfristig „erfolgreich“ erhalten, bis die Amtszeit des jeweiligen Vorstands zu Ende ist.

Rechtfertigungsdruck verstärkt das Problem.

Das wirkliche Problem ergibt sich aber daraus, dass die Eigentümer der meisten Banken selbst in keinster Weise unternehmerisch geprägt sind. In den Gemeinden und den Verbänden sitzen teilweise Leute, für die das Unternehmertum als Gedankengut gänzlich fremd ist. Darum wird der Erfolg von Vorständen oft mit Kennzahlen bemessen, die das kurzfristige statt das systemisch nachhaltige Denken fördern. Die Situation, in der Vorstände sich vor Verbänden oder Gemeinden rechtfertigen müssen, wenn sie eine unpopuläre Entscheidung getroffen haben (eine, die das ganze System nachhaltig betrachtet) ist absurd und gefährlich.

Die Kosten für die Organisation und für die Mitarbeiter, die aber langfristig in der Bank verbleiben, sind unberechenbar. Viele Experten tun sich sehr leicht damit, die Schuld auf die „bösen“ Bankvorstände zu werfen. Dabei haben Bankvorstände sehr oft keine andere Wahl, wohlwissentlich, dass die Mitarbeiter danach diejenigen sind, die die Nachteile dieses Denkens am meisten spüren.

Aber wie können Vorstände in einem solchen Umfeld überhaupt richtig handeln? Wie soll ein System umgestaltet werden, wenn seit Jahren nur bedingt die notwendigen Investitionen getätigt wurden und nur kurzfristig, meist mit eindimensionalen Kennzahlen, über Erfolg beurteilt wird?

Kommunikationsstärke löst viele Probleme.

Wir sind fest davon überzeugt, dass die Antwort auf diese Frage „Kommunikation“ heißt. Die Bankvorstände müssen ihre Umgebung für dieses Dilemma so schnell wie möglich sensibilisieren und sich so das passende Umfeld schaffen, in dem sie frei unternehmerisch und richtig für das ganze System handeln können. Die Kommunikationsfähigkeit ist eine der wichtigsten Fähigkeiten eines guten Unternehmers. Wie oft haben sie ausgezeichnete Unternehmer gesehen, die nicht kommunikationsstark sind? 

Bankvorstände tragen die volle Verantwortung für die Zukunft der Bank einschließlich der Mitarbeiter. Diese Verantwortung geht über die fünf Jahre eines befristeten Vorstandsvertrages weit hinaus. Andernfalls können die nächsten fünf Jahre vielleicht noch eine weitere Generation Bankvorstände retten, nicht aber die Mitarbeiter und schon gar nicht die Bank auf lange Zeit. Es ist höchste Zeit, grundlegende Veränderungen anzustoßen.

heydebreck ralf

Ralf Heydebreck
Geschäftsleitung

E ralf.heydebreck@procedera.de
T +49 308600822-0

Wir rufen Sie gern zurück.

Hinterlassen Sie uns Ihren Namen und Ihre Rufnummer. Wir melden uns umgehend bei Ihnen.

Ich habe die Hinweise zum Datenschutz gelesen und erkläre mich mit Absenden des Formulars mit diesen einverstanden.