These #7: Streiche Betriebsorganisation. Denke Prozessmanagement.

Machtverschiebung.

Der Einfluss der Organisationsbereiche hat sich in den letzten 20 Jahren stark verändert. Noch bis zum Ende der 90er Jahren waren diese in Banken sehr mächtig. Sämtliche Veränderungen wurden von ihnen gesteuert und verantwortet. Dieser Umstand änderte sich Mitte der 90er Jahre: Zu dieser Zeit entwickelten sich in den Kreditinstituten neue Abteilungen, die phasenweise die Rolle des Veränderers für sich beanspruchten. Zuerst war es das Controlling und später dann die Vertriebsabteilung. In naher Zukunft wird es jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Rückwärtstrend geben.

Die Organisationsbereiche beginnen, ihren Einfluss auszubauen. Unterstützend kommt hinzu, dass viele Vorstände eine starke zentrale Veränderungskompetenz im eigenen Institut etablieren wollen und diese Funktion erneut im Organisationsbereich sehen. 62% der Fach- und Führungskräfte wünschen sich, dass die eigene Organisationsabteilung Veränderungen im Unternehmen antreibt.

Organisatorisches Wissen ist längst überholt.

Noch ist diese Vision aber weit vom Wunsch entfernt: Die meisten Organisationsabteilungen haben weder genügend Ressourcen, um Veränderungs- und Prozessmanagement in der Bank begleiten zu können, noch haben sie das notwendige Wissen. Denn die Ausbildung eines Großteils der Organisatoren beruht auf Seminaren, die sie vor 15 oder 20 Jahren belegt haben. Dieses Wissen ist längst überholt.

In allen Branchen, in denen Prozessmanagement bereits bewusst und nachhaltig betrieben wird, hat dieses in zwei Wellen Einzug gehalten. In der ersten Welle hat sich die Branche oder haben sich einige Vorreiter mit dem Thema 2 bis 2,5 Jahre intensiv beschäftigt und große Projekte gestartet. Diese sind jedoch in den meisten Fällen nie beendet worden, weil das Management dem Projekt keine Aufmerksamkeit mehr geschenkt hat oder die Widerstände im Haus zu hoch waren.

Die zweite Welle setzte einige Jahre später ein. Verursacht wurde diese durch Herausforderungen, die zwar je nach Branche verschieden waren, jedoch eines gemeinsam hatten: hoher äußerer Druck, der nur bewältigt werden konnte, indem ein wirksames Prozessmanagement nachhaltig etabliert wurde. In der Gesundheitsbranche fiel beispielsweise die Gesundheitsreform zusammen mit der Pflicht zur Zertifizierung der Krankenhäuser. Ohne Prozesse hätten diese von den Krankenkassen keine Kostenerstattung mehr erhalten. Die großen Bundesministerien hingegen mussten sich dem Druck des demographischen Wandels stellen: sehr viele Angestellte gingen zeitgleich in den Ruhestand, so dass die Behörden ohne Prozessmanagement ihre Aufgaben nicht mehr hätten erledigen können.

Prozesse sind das Steuerungsinstrument.

Banken und Sparkassen sehen sich momentan akutem Kosten- und Regulatorikdruck sowie wachsender Konkurrenz durch FinTechs ausgesetzt. Die Einführung von Prozessmanagement ist eines der entscheidenden Instrumente, um Banken flexibler zu gestalten und dem Kostendruck standzuhalten zu können. Denn ohne Prozesse ist es nicht möglich, schnell genug Transparenz zu erzeugen, um Institute wirkungsvoll steuern zu können.

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Ralf Heydebreck
Geschäftsleitung

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